Eine Woche nachdem ich Bobby auf der Pflegestelle besucht hatte, zog er auch schon bei mir ein. Bereits auf der Pflegestelle lahmte er vorne. Man sagte mir er sei beim Spaziergang, den sie eben gemacht haben, umgeknickt. Somit dachte ich mir nichts dabei und die Sache war für mich erledigt.

Als Bobby bei mir einzog, lahmte er immer noch. Die ganze Sache kam mir dann doch komisch vor und ich hakte beim Tierschutzverein nochmals nach. Sie boten mir an zu ihrem Kooperationstierarzt zu gehen und Bobby dort untersuchen zulassen. Gesagt, getan. Bobby wurde auf beiden Seiten geröntgt und es wurde auf der linken Seite ein alter Bruch, welcher schlecht zusammen gewachsen war, festgestellt. Jedoch erklärte dies nicht seine Lahmheit. Die Tierärztin kontaktierte den portugiesischen Tierarzt, um mehr über Bobby zu erfahren.

Während dessen erhielt ich eine E-Mail von der Pflegestelle aus Portugal. Sie wusste bereits Bescheid über den Tierarztbesuch und forderte mich auf, Bobby wieder abzugeben. Sie wollte ihn wieder nach Portugal holen, da ich in ihren Augen nicht fähig war, richtig für Bobby zu sorgen. Dies traf mich dort recht hart, da mich diese Person doch gar nicht kannte und sie auch nicht wusste, wie Bobby jetzt lebt. Sie dachte, dass Bobby sich das Bein bei mir gebrochen hatte. Ich schrieb ihr natürlich zurück und erklärte ihr die Situation und beschrieb ihr, wie Bobby jetzt lebt und wie es ihm geht.

 

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Bobby mit ca. 6 Monaten in Portugal

Ein weiterer Tierarztbesuch stand an, da die Tierärztin weitere Informationen über Bobby erhalten hatte. Was ich dann hörte, schockierte mich sehr. Bobby wurde mit ca. 4 Monaten angeschossen gefunden. Er hatte drei Kugeln in seinem Körper. Eine am Hals, eine in der Schulter und eine in einer Vorderpfote. Er war dadurch Stammkunde beim Tierarzt. Aufgrund der Kugeln bildete sich Narbengewebe, welche die Lahmheit verursachte. Weitere Tierarztbesuche später stellte sich noch heraus, dass er HD sowie Spondylosen hatte.

Nun hatte ich einen Hund mit solch einer gesundheitlichen und auch doch traumatischen Vorgeschichte, der angeblich 3 Jahre alt sein sollte. Dabei wollte ich doch einen Hund, der mich in meinem Alltag und bei Wanderungen begleitet. Was hatte ich für Optionen? Bobby wieder abgeben? NEIN!

Also hieß es für mich, mich von meinen Erwartungen und Vorstellungen zu verabschieden und mich auf Bobby und seine Stärken, aber vor allem seinen Schwächen einzustellen und daran zu arbeiten.

Unser gemeinsamer Weg begann…

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